Bertrand Stern

Irren ist menschlich – vom « Menschenrecht auf Irrtum »

Viele Menschen haben Frustgefühle erfahren, weil ihre Lebendigkeit unvereinbar ist mit dem anerzogenen Streben nach Perfektion: beispielsweise mit den schulpädagogischen Ambitionen nach Unfehlbarkeit!

Ist nicht das « Irren » die eigentliche Grundlage jeden Wandels in kulturellen und gesellschaftlichen Prozessen? Ist eine gedeihliche Kultur nicht auf den kreativen Wandel angewiesen – und nicht auf die bloß stereotype Reproduktion eines Modells?

« Irren » als Symbol der Freiheit? Welche Erlösung von unserer wahnhaft nach Unfehlbarkeit strebenden Gesellschaft stellt die Forderung dar, das individuelle und soziokulturelle « Menschenrecht auf Irrtum » zu respektieren und zu praktizieren: dies könnte das Kernstück einer wirklich freiheitlichen, demokratischen Lebensform bilden.

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