Bertrand Stern

Dienen? ja danke! – Nachdenkliches über Dienen, Be-Dienen, Ver-Dienen

Dienen ist in Verruf geraten. Was einst der Ausdruck von Gemeinsinn sein mochte, ist zu einer lästigen Aufgabe geworden; angesichts einer sich verbreitenden Egozentrik ist Dienen verfremdet worden: einerseits zum Be-Dienen als einer « heiligen Mütterlichkeit », Symbol einer selbst-aufopferungsvollen « weiblichen Tugend »; andererseits zum « mannhaften Dienen », das dem Vaterland gilt, oder zum « Ver-Dienen », das, als « Dienst nach Vorschrift », als « Dienstleistung », zur käuflichen Ware wird, die mit Geld honoriert werden muß.

Könnte, jenseits der Unterwürfigkeit, das Dienen, das Be-Dienen, das Bedient-Werden eine für den einzelnen Menschen und für die Gemeinschaft wesentliche Lebensfreude ausdrücken? Dienen als eine Hohe Kunst in der Spannung von Lust und Last: Vermag diese ethische Vorstellung die Beziehung der Person zur Gruppe, aber auch das Verhältnis zwischen den Generationen zu verändern?

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